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Hab Sonne im Herzen!
Hab Sonne im Herzen,
Ob’s stürmt oder schneit,
Ob der Himmel voll Wolken,
Die Erde voll Streit. 
Hab Sonne im Herzen,
Dann komme was mag:
Das leuchtet voll Licht dir
Den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
Mit fröhlichem Klang,
Und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang. 
Hab ein Lied auf den Lippen,
Dann komme was mag:
Das hilft dir verwinden Den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für and’re
In Sorg und in Pein
Und sag’, was dich selber
So frohgemut lässt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
Verlier’ nie den Mut,
Hab’ Sonne im Herzen,
Und alles wird gut!

Cäsar Flaischlen
 
Die Fenster auf, die Herzen auf!

Frühlingseinzug

Die Fenster auf, die Herzen auf!
Geschwinde! Geschwinde!
Der alte Winter will heraus,
Er trippelt ängstlich durch das Haus,
Er windet bang sich in der Brust,
Und kramt zusammen seinen Wust
Geschwinde, geschwinde.

Die Fenster auf, die Herzen auf!
Geschwinde! Geschwinde!
Er spürt den Frühling vor dem Tor,
Der will ihn zupfen bei dem Ohr,
Ihn zausen an dem weißen Bart
Nach solcher wilden Buben Art,
Geschwinde, geschwinde.

Die Fenster auf, die Herzen auf!
Geschwinde! Geschwinde!
Der Frühling pocht und klopft ja schon –
Horcht, horcht, es ist sein lieber Ton!
Er pocht und klopfet, was er kann,
Mit kleinen Blumenknospen an,
Geschwinde, geschwinde.

Die Fenster auf, die Herzen auf!
Geschwinde! Geschwinde!
Und wenn ihr noch nicht öffnen wollt,
Er hat viel Dienerschaft im Sold,
Die ruft er sich zur Hülfe her,
Und pocht und klopfet immer mehr,
Geschwinde, geschwinde.

Wilhelm Müller