Für viele Menschen stellt die Garamond die einzige Schrift für gut gestaltete Bücher dar. Claude Garamond (1480–1561) war Lehrling des französischen Buchdruckers, Verlegers und Schriften-Entwerfers Antoine Augereau in Paris. Garamonds Lettern sind eine Weiterentwicklung der Schriften Francesco Griffos, die er während eines Arbeitsaufenthaltes in Vernedig kennenlernte. Garamond arbeitete für den Buchdrucker Robert Estienne als Stempelschneider und betätigte sich außerdem als Schriftgießer, Typograf und Verleger. Nach seinem Tod gingen die Matrizen und Lettern an verschiedene Druckereien und erreichten europäische Buchdruckzentren wie Antwerpen und Frankfurt am Main. Über etwa 250 Jahre waren die Antiqua und Kursive Garamonds die am weitesten verbreiteten Schriften in Europa, bis sich der Formengeschmack änderte. Eine der berühmtesten Neuinterpretationen ist die der Schriftgießerei aus Frankfurt am Main von 1928. Seit ihrem Erscheinen ist die Stempel Garamond, mit der unser Buchdesign Paris gestaltet ist, eine der meist verwendeten
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| Die klassische Buchgestaltung hat sich über Jahrhunderte als Inbegriff für das gut lesbare Buch entwickelt und erhalten. Viele Grundregeln stammen ebenso wie die verwendeten Schriften aus der Zeit der Renaissance, als durch die Entwicklung Gutenbergs die Buchschreiber durch die maschinelle Buchproduktion abgelöst wurden. Dabei hatten die Entwerfer der Druckschriften zunächst das Ziel, die Ästhetik der geschriebenen Bücher auch im Druck nachzuahmen. Dies ist unter anderem an der berühmten 42-zeiligen gedruckten Bibel von Gutenberg gut zu erkennen. Trotz einiger Weiterentwicklungen während der auf die Renaissance folgenden Epochen Barock und Klassizismus, hat sich der Aufbau der Buchseiten kaum geändert. Ein symmetrischer Seitenaufbau mit dem Bund als Symmetrieachse, Blocksatz für Fließtext sowie Überschriften auf Mittelachse prägen neben den Schriften diese traditionelle Buchgestaltung. Auch wenn besonders im deutschsprachigen Raum viele Bücher in gebrochenen Schriften gesetzt wurden, waren im übrigen Europa Antiqua-Schriften verbreitet. Das Aussehen der verwendeten Buchschriften unterlag, durch Technik und Modegeschmack beeinflusst, leichten Modifikationen. Zu den Meistern der Schriftgestaltung zählten vor allem Aldus Manutius, Nicolas Jenson und Francesco Griffo, deren Schriften auch heute noch verwendet werden. Ab etwa 1600 war die Renaissance-Antiqua die meistverbreitete Buchschrift in Europa.
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