Tradition - London
London
London
Unser Buchdesign London wird von der Schrift Caslon bestimmt. William Caslon (1692 bis 1766) war zunächst Gewehrgraveur in London und fertigte Werkzeuge für Buchbinder an. So kam er mit der Welt des Buchdrucks in Verbindung und baute eine eigene Schriftgießerei auf. Bei seinen Schriften orientierte er sich an holländischen Vorbildern, die in England zu dieser Zeit stark verbreitet waren. Der genaue Veröffentlichungszeitpunkt der Caslon ist nicht bekannt, die Quellen reichen von 1722 bis 1734. Doch sicher ist, dass die Schrift sowohl im Britischen Empire als auch in Nordamerika schnell zum Erfolg wurde. So ist die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten in der Caslon gesetzt. Neben seiner bekanntesten Schrift entwarf er auch einige Ornamente und schnitt nichtlateinische Schriften wie Griechisch, Arabisch, Hebräisch, Koptisch und Armenisch. Ende des 18. Jahrhunderts, gleichzeitig mit dem Ende des Barock, ließ das Interesse an seinen Schriften nach. Erst einige Jahrzehnte später wurden sie wiederentdeckt. William Caslons Schriftgießerei blieb bis 1937 in Familienbesitz.
Die klassische Buchgestaltung hat sich über Jahrhunderte als Inbegriff für das gut lesbare Buch entwickelt und erhalten. Viele Grundregeln stammen ebenso wie die verwendeten Schriften aus der Zeit der Renaissance, als durch die Entwicklung Gutenbergs die Buchschreiber durch die maschinelle Buchproduktion abgelöst wurden. Dabei hatten die Entwerfer der Druckschriften zunächst das Ziel, die Ästhetik der geschriebenen Bücher auch im Druck nachzuahmen. Dies ist unter anderem an der berühmten 42-zeiligen gedruckten Bibel von Gutenberg gut zu erkennen. Trotz einiger Weiterentwicklungen während der auf die Renaissance folgenden Epochen Barock und Klassizismus, hat sich der Aufbau der Buchseiten kaum geändert. Ein symmetrischer Seitenaufbau mit dem Bund als Symmetrieachse, Blocksatz für Fließtext sowie Überschriften auf Mittelachse prägen neben den Schriften diese traditionelle Buchgestaltung. Auch wenn besonders im deutschsprachigen Raum viele Bücher in gebrochenen Schriften gesetzt wurden, waren im übrigen Europa Antiqua-Schriften verbreitet. Das Aussehen der verwendeten Buchschriften unterlag, durch Technik und Modegeschmack beeinflusst, leichten Modifikationen. Zu den Meistern der Schriftgestaltung zählten vor allem Aldus Manutius, Nicolas Jenson und Francesco Griffo, deren Schriften auch heute noch verwendet werden. Ab etwa 1600 war die Renaissance-Antiqua die meistverbreitete Buchschrift in Europa.
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