Das Buchdesign Zürich orientiert sich an der Schweizer Typografie, die in den 1950er-Jahren in der Schweiz entstand und bis ca. Ende der 1980er-Jahre bestimmend war. Sie ist streng, funktional und sachlich und verwendet ausschließlich Groteskschriften. Der Satzspiegel ist Seiten füllend mit schmalen Rändern. Die Seitenzahl ist oft nach innen versetzt. Die Farben Schwarz, Weiß und Rot sind dominierend bei den Umschlägen. Als Schrift haben wir die Univers von Adrian Frutiger von 1957 gewählt. Sie war die erste Schrift, deren Schnitte (regular, halbfett, kursiv, extended etc.) nach einer vorher geplanten Matrix entwickelt wurden. Entsprechend sind die Schnitte mit einer zweistelligen Ziffernkombination gekennzeichnet, die die Position innerhalb der Matrix angibt wie bei einem Koordinatensystem. Die erste Ziffer steht für das Gewicht, die zweite für den eigentlichen Schnitt. (Zum Beispiel Light 45, 4 = mager, 5 = normal breit, Black Italic 76, 7 = fett, 6 = kursiv.)
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| Trends in der zeitgenössischen Buchgestaltung lassen sich nur schwer auf einen Nenner bringen, denn sie sind noch in Bewegung. Für die »moderne« Designreihe des Verlags Robbert Baron van Haersolte haben wir uns daher entschieden, Ansätze der Buchgestaltung und im Grafikdesign ab etwa den 1950er-Jahren unter die Stilrichtung »modern« zu fassen. Allen Ansätzen der Buchgestaltung der letzten Jahrzehnte war gemeinsam, dass nichts als unmöglich angesehen wurde. Teilweise noch stärker als in den 1920er-Jahren wurde mit Stilmitteln experimentiert. Dies führte vor allem von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre zu einer Vielfalt von ungewöhnlichen Designs. Neben den Verfechtern der klassischen Buchtypografie mit ihren Bezügen auf die Renaissance entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren eine nüchterne und funktionale Buchgestaltung, die vor allem mit Arbeiten Schweizer Gestalter und dem Begriff der »Schweizer Typografie« verbunden ist, aber auch mit den Arbeiten von Willy Fleckhaus – bekannt vor allem für die Zeitschrift TWEN. Der allgemeine Aufbruch der Literatur und Kunst im Zuge der sogenannten 1968er-Bewegung prägte auch die damalige Buchgestaltung, insbesondere durch die konsequente Kleinschreibung. Hinzu kam durch die technische Entwicklung des Fotosatzes erstmals die Möglichkeit der elektronischen Verzerrung und Überlagerung bzw. Kombination von Buchstaben. Mit computergestützten Satzsystemen wurde die Buchproduktion und Buchgestaltung erheblich erleichtert. Die Schrift war nicht mehr an einen materiellen Träger gebunden, Satz- und Umbruchkorrekturen wurden unkomplizierter. Freie Layouts bestimmten die Buchgestaltung mehr und mehr, Kunststoff wurde als neues Einbandmaterial entdeckt. Mit dem ausgehenden 20. Jahrhundert gab es eine erneute Bezugnahme auf klassische Buchlayouts, dies wurde aber mit aktuellen Designelementen verknüpft
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