Nicht erst seit der großflächigen Verbreitung von IKEA ist skandinavisches Design der Inbegriff von klaren Formen und Ästhetik. Die Kombination handwerklicher Tradition und moderner Technik sowie der Natur ermöglichte funktionales und zugleich ästhetisches Design, das sich deutlich von der oft rein technischen Seite des Bauhauses oder der Schweizer Typografie unterscheidet. Glas von Kosta Boda oder Iittala, Keramik und Porzellan von Arabia oder Textilien von Marimekko stehen seit langem für skandinavische Qualität. Darüber hinaus sind einzelne Personen wie der Architekt und Designer Alvar Aalto (1898–1976) international bekannt. Diesen Stil greift die Designvariante Stockholm durch ein kühles Einbanddesign auf. Die Schrift Excelsior von 1931 ist ein Klassiker, der ursprünglich für den Zeitungsdruck entwickelt wurde und in der Tradition guter Lesbarkeit steht. Für Überschriften und Fußnoten ist die relativ neue serifenlose Schrift Vista Sans in Anwendung, die mit ihren klaren, geschwungenen Formen den skandinavischen Stil perfekt widerspiegelt.
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| Trends in der zeitgenössischen Buchgestaltung lassen sich nur schwer auf einen Nenner bringen, denn sie sind noch in Bewegung. Für die »moderne« Designreihe des Verlags Robbert Baron van Haersolte haben wir uns daher entschieden, Ansätze der Buchgestaltung und im Grafikdesign ab etwa den 1950er-Jahren unter die Stilrichtung »modern« zu fassen. Allen Ansätzen der Buchgestaltung der letzten Jahrzehnte war gemeinsam, dass nichts als unmöglich angesehen wurde. Teilweise noch stärker als in den 1920er-Jahren wurde mit Stilmitteln experimentiert. Dies führte vor allem von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre zu einer Vielfalt von ungewöhnlichen Designs. Neben den Verfechtern der klassischen Buchtypografie mit ihren Bezügen auf die Renaissance entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren eine nüchterne und funktionale Buchgestaltung, die vor allem mit Arbeiten Schweizer Gestalter und dem Begriff der »Schweizer Typografie« verbunden ist, aber auch mit den Arbeiten von Willy Fleckhaus – bekannt vor allem für die Zeitschrift TWEN. Der allgemeine Aufbruch der Literatur und Kunst im Zuge der sogenannten 1968er-Bewegung prägte auch die damalige Buchgestaltung, insbesondere durch die konsequente Kleinschreibung. Hinzu kam durch die technische Entwicklung des Fotosatzes erstmals die Möglichkeit der elektronischen Verzerrung und Überlagerung bzw. Kombination von Buchstaben. Mit computergestützten Satzsystemen wurde die Buchproduktion und Buchgestaltung erheblich erleichtert. Die Schrift war nicht mehr an einen materiellen Träger gebunden, Satz- und Umbruchkorrekturen wurden unkomplizierter. Freie Layouts bestimmten die Buchgestaltung mehr und mehr, Kunststoff wurde als neues Einbandmaterial entdeckt. Mit dem ausgehenden 20. Jahrhundert gab es eine erneute Bezugnahme auf klassische Buchlayouts, dies wurde aber mit aktuellen Designelementen verknüpft
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