Im Grafikdesign und in der Buchgestaltung der 1920er-Jahre spielen serifenlose, funktionale Schriften sowie kräftige geometrische Elemente wie Linien und Flächen eine große Rolle. Gerne wurden Grafikelemente auch von ihrer waagerechten Anordnung gelöst und gestürzt oder gewinkelt. Die traditionellen Gestaltungsregeln für Bücher wurden durch neue ersetzt. In unserer Designvariante Weimar kommt die Futura zum Einsatz. Sie ist die bekannteste Schrift Paul Renners (1878-1956), der nie dem Bauhaus angehörte. Von Beginn an war die Futura mit dem Zusatz »Die Schrift unserer Zeit« ein Verkaufsschlager und wird auch heute noch gerne verwendet. Charakteristisch sind die geometrisch anmutenden Formen sowie die hohen Oberlängen und abwechslungsreichen Versalien, die sich an Antiquaformen orientieren und den Lesefluss unterstützen.
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| Die 1920er-Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren von großen Umwälzungen geprägt. Es gab Autos, Fließbandfertigung (Ford T), Bewegtbilder als Massenmedium und erste Tonfilme, Radioübertragungen, eine Vorstufe des Fernsehens, Langstreckenflüge (Charles Lindbergh), medizinische Entwicklungen (Penicillin, Insulin) sowie zahlreiche politische Änderungen (Sowjetunion, Irland, Türkei). Dies hatte auch Auswirkungen auf den gesamten kulturellen Bereich. In Theater, Film, Mode, Musik, Kunst und Literatur wurde vielfach versucht, eine künstlerische Entsprechung der »modernen Zeit« zu finden. Viele Entwicklungen, die international gleichzeitig und teils ähnlich abliefen, werden heute unter dem Begriff »Bauhaus« zusammengefasst, da das Bauhaus die bekannteste deutsche Schule für Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur war und bis in die Gegenwart einen maßgeblichen Einfluss hat. Fast zeitgleich entstand in den Niederlanden die Künstlergruppe De Stijl (1917–1931) und in der Sowjetunion die Konstruktivisten um El Lissitzky, Alexander Michailowitsch Rodtschenko und andere.
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