Das Layout Berlin zeigt ein moderates Seitenbild, das etwas weniger dem bekannten Bild der Bücher der 1920er-Jahre entspricht. Durchaus nicht ungewöhnlich ist für diese Zeit, dass eine klassizistische Schrift im Fließtext verwendet wird und die Überschriften in einer serifenlosen Schrift gesetzt sind. Wir haben uns für die Walbaum MT (Monotype) im Fließtext entschieden. Justus Erich Walbaum lebte von 1768 bis 1839 und war eigentlich Gewürzhändler sowie Konditor. Erst später kam er zur Schriftgestaltung und wurde Stempelschneider, Notenstecher und Schriftgießer. Seine Gießerei verkaufte er später an Friedrich Arnold Brockhaus. Die Schrift für Überschriften und Fußnotentext ist die Avenir von Adrian Frutiger (*1928), die sich in der Formsprache an konstruierte Schriften anlehnt, aber eine größere Variation im Aussehen der Buchstaben aufweist. Frutiger wollte die Futura in die Moderne übertragen, daher auch der Name Avenir.
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| Die 1920er-Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren von großen Umwälzungen geprägt. Es gab Autos, Fließbandfertigung (Ford T), Bewegtbilder als Massenmedium und erste Tonfilme, Radioübertragungen, eine Vorstufe des Fernsehens, Langstreckenflüge (Charles Lindbergh), medizinische Entwicklungen (Penicillin, Insulin) sowie zahlreiche politische Änderungen (Sowjetunion, Irland, Türkei). Dies hatte auch Auswirkungen auf den gesamten kulturellen Bereich. In Theater, Film, Mode, Musik, Kunst und Literatur wurde vielfach versucht, eine künstlerische Entsprechung der »modernen Zeit« zu finden. Viele Entwicklungen, die international gleichzeitig und teils ähnlich abliefen, werden heute unter dem Begriff »Bauhaus« zusammengefasst, da das Bauhaus die bekannteste deutsche Schule für Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur war und bis in die Gegenwart einen maßgeblichen Einfluss hat. Fast zeitgleich entstand in den Niederlanden die Künstlergruppe De Stijl (1917–1931) und in der Sowjetunion die Konstruktivisten um El Lissitzky, Alexander Michailowitsch Rodtschenko und andere.
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